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Project Glass von Google

19. Juli 2012

Der Suchmaschinen-Marktführer Google präsentiert ein innovatives Konzept für eine neue Art der Computer-Nutzung. Der Computer kommt mit einem kompletten Anschluss an das Internet in eine Brille. Selbstverständlich hat dieser Rechner eine Kamera, so dass man nicht nur mobil mit dem Internet verbunden ist, sondern auch laufend in das Internet persönliche Daten ausstrahlt.

Das Project Glass ist im weiteren Sinne ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm von Google, um die Augmented Reality (erweiterte Realität) in der Internet-Nutzung voranzubringen. Als Hardware wird die oben skizzierte Brille genutzt, die laufend mit dem Internet verbunden ist und bei dem der Nutzer für ihn relevante Informationen auf dem Brillenglas angezeigt bekommt. So kann der Nutzer Hinweise darauf bekommen, dass für ihn ein wichtiger Termin ansteht. Da die Brille aber auch mit einer Kamera ausgerüstet ist, kann Google deren Rückmeldungen nutzen, um Informationen zur Umwelt dem Benutzer auf der Brille anzuzeigen. Datenschutzrechtlich wirft das Project Glass erhebliche Probleme auf, denn Google bekommt über die Brille umfangreiche Benutzerinfos für seine Datenbanken.

Nach dem anvisierten Ziel von Project Glass hätte der Benutzer die Hände frei, wenn er topaktuelle Infos aus dem Internet bekommen möchte. Bisher ist die Internet-Nutzung von unterwegs aus immer noch auf ein Smartphone oder ein mobiles Endgerät angewiesen, das nicht ohne die Hände bedient werden kann. Das Project Glass ist Teil einer umfassenden Technologie-Strategie von Google. Entwickelt werden auch ein Auto, das ohne Fahrer auskommt und ein Smartphone, das mit der Sprache allein bedient werden kann. Vorstellbar ist für Google auch, dass man die entsprechenden Informationen in Kontaktlinsen einbettet. Von hier aus ist es dann nur noch ein kleiner Schritt, um das Internet fest per Chip im Gehirn des Nutzers zu implantieren.

Video

Dieses Video zeigt Googles Vision, wie ein Tag mit Project Glass aussehen soll:

Nutzt man die Google-Brille vom heimischen Sofa aus, dann kann diese relevant werden, wenn man vor dem Fernseher dahindämmert und die Gefahr besteht, dass man einen wichtigen Termin verpasst. Mit Google Glass versucht der Suchmaschinenführer deutlich zu machen, wohin die Reise geht, wenn man an die Zukunft des Internets denkt. Relevante Infos sollen schneller als bisher in den Bewusstseinshorizont gerückt werden. Ist man unterwegs auf dem Kurfürstendamm oder auf einer anderen Einkaufsstraße, dann informiert die Brille über aktuelle Sonderangebote, die einen interessieren könnten. Oder man bekommt Informationen über geschichtliche Hintergründe, wenn man sein Google-Profil entsprechend gestaltet hat.

Preis & Verfügbarkeit

Vorerst wird es die Brille nur für Entwickler in den USA geben. Als Preis stehen 1.500 US-Dollar im Raum. Falls die Brille wie aktuell ein iPhone zur Pflicht bei 14 Jährigen werden sollte, können sich einige Eltern hier schon mal nach einem Kredit umsehen.

Trotz der allgemein positiven Rückmeldungen zum Project Glass gibt es auch einige Kritiker an der ausuferenden Datensammelwut von Google. Für die Kritiker ist der Datenschutzaspekt beim Projekt Glass nur ungenügend berücksichtigt. Schließlich komme es Google nur auf die Vermarktung und die Werbung an, wenn das Such- und Rechercheangebot ausgebaut werden soll. Allerdings könnte die Akzeptanz von Google Glass leiden, wenn die Benutzer statt relevanter Infos zu viel Werbung auf ihrem Brillenglas eingespielt bekommen.