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Wer braucht den E-Postbrief?

27. März 2012

Die E-Post, also die bessere Alternative der Post zur De-Mail, ist seit ihrer Ankündigung viel kritisiert worden. Zurecht, wie ich finde!

Was ist ein E-Postbrief?

Laut der Deutschen Post geht es um folgendes:

Wir bringen das Briefgeheimnis ins Internet (Quelle: Deutsche Post DHL)

Klingt toll. Ist es aber nicht. Auch nicht, wenn die E-Post wirklich so "verbindlich, vertraulich und verlässlich" sein sollte, wie die Post in der Werbung behauptet. Schon 2010 urteilte die Stiftung Warentest, dass das Angebot der Post umständlich, unsicher und teuer sei.

Die Anmeldung

Nachdem man sich auf der Website der Deutschen Post registriert hat, gehen die Schikanen los. Man muss sich eine TAN aufs Handy senden lassen. War kein Handy besitzt oder die Nummer nicht preisgeben möchte, ist außen vor.

Doch auch mit dieser TAN ist es noch nicht getan. Jetzt muss man nämlich warten, bis einem ein Registrierungscode mit von der Post nach Hause geschickt wird. Dieser berechtigt dann zu, ein Postident-Formular auszufüllen, mit welchem ich mich in einer Postfiliale ausweisen kann.

Ist diese Tortur überstanden benötigt ich nur noch Benutzername, Passwort und TAN um E-Postbriefe von einem Computer aus zu verschicken.

Die (angeblichen) Vorteile

Laut Deutscher Post weiß der Absender eines E-Postbriefs immer, ob dieser auch beim Absender angekommen ist. Das ist bei herkömmlichen E-Mails zwar nicht der Standard, kann aber auch realisiert werden.

Und verschlüsselt ist das ganze natürlich auch. Auch das, kann man mit normalen E-Mails machen. Übrigens wird nur vom Sender zur Post und von der Post zum Empfänger verschlüsselt. Wer nicht möchte, dass die Post mitlesen kann, muss nach wie vor selbst verschlüsseln.

Das war es schon. Mehr Vorteile fallen nicht mal der Deutschen Post ein.

Preis & Datenschutz

Das dreisteste an der Geschichte ist der Preis. Ganz 55 Cent soll der Kunde pro E-Postbrief berappen. Dabei darf man sich aussuchen, ob der Empfänger ein anderes E-Postkonto sein soll oder eine klassische Adresse. In diesem Fall druckt die Post den Brief aus, was bei über vier Seiten nochmals 10 Cent pro Seite kostet, und stellt ihn ganz klassisch zu.

Bevor ich die Post meine Briefe drucken lasse, mache ich das lieber selbst. Da habe ich wenigstens die Möglichkeit mein eigenes Briefpapier zu wählen. Und was passiert, wenn mein Ausdruck bei der Post im Drucker hängen bleibt? Wie schafft ein Mitarbeiter es, den Drucker zu reparieren, ohne zumindest einen kurzen Blick auf meinen Brief zu werfen?

Briefpapier vom Hotel Grenzfall
Auf so schönes und personalisiertes Briefpapier, wie hier vom Hotel Grenzfall, muss man aus ausgedruckten E-Postbriefen wohl verzichten.