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10 Tipps für RSS-Feeds zur Kundenbindung

20. Dezember 2012

RSS Feeds, die Abonnenten automatisch über neue Inhalte informieren, waren lange nur bei Blogs bekannt, finden aber sei einigen Jahr auch den Weg in das Aufmerksamkeitsfeld von Internet Marketern. Spätestens seit dem IE7, der RSS-Feeds von Haus aus unterstützt, sind sie ein interessantes Feature wenn es um die Vermarktung von Inhalten an loyale Nutzer geht.

Motivation aus Nutzersicht

Bevor wir RSS aus Marketingsicht betrachten, lassen wir uns von Andreas Demmer in einem Video erklären, was die Vorteile von RSS aus Nutzersicht sind:



Seit Social Media ist RSS tot

Es ist wahr, dass die Nutzung von RSS-Feeds bei vielen Anwendern durch Social Media zurückgegangen ist. Wenn ich auf Facebook oder Twitter über neue Inhalte von Firma XY informiert werde, brauche ich deren RSS-Feed nicht mehr zu abonnieren. Außerdem hat Social Media sowohl für Konsumenten als auch für Firmen viele Vorteile gegenüber Feeds:

  • Nutzer können jede Erfahrung direkt mit ihren Freunden teilen, bzw. gemeinsam mit ihnen erleben.
  • Firmen erhalten direktes Feedback von Kunden.
  • Dank der Viralität sozialer Netzwerke verbreiten sich gute Inhalte sehr schnell und Firmen können so eine sehr große Reichweite erzielen.

Trotz dieser Argumente für andere Kanäle, gibt es Branchen in denen RSS nach wie vor Relevanz hat. Gründe, die für RSS sprechen, sind unter anderem:

  1. Sehr Technik-affine Kunden, die es gewohnt sind Inhalte via RSS zu abonnieren und Feeds als Ergänzung zu Social Media nutzen.
  2. Sehr Technik-unaffine Kunden, wie Senioren, die von Social Media überfordert sind.
  3. Themen, mit denen Kunden nicht öffentlich assoziiert werden wollen; zum Beispiel aus dem Gesundheitsbereich.
  4. Man ist nicht von einem fremden System abhängig. Eine Plattform wie Facebook oder Twitter kann ihre Richtlinien ändern, was im schlimmsten Fall zum Verlust des Zugangs zu allen aufgebauten Fans und Followern führen kann. Mit RSS-Feeds bleibt alles im eigenen System.

Wer seine eigene Zielgruppe erkennt und jetzt in Panik verfällt: Keine Sorge, RSS-Feeds sind in fast allen modernen CMS vorhanden, zum Beispiel bei Wordpress oder in Joomla.

Mit diesen Gründen im Hintergrund kommen wir nun zu den 10 Tipps:

1. Das Abonnieren muss einfach sein

Das orange RSS Icon

Nicht jeder Kunde ist mit RSS vertraut und ein oranges RSS-Icon mit einer XML-Datei zu verlinken reicht nicht immer aus. Für manche Zielgruppen ist eine Landing-Page notwendig, die die Funktionsweise und Benutzung von RSS-Feeds Schritt für Schritt erklärt.

2. Die Inhalte müssen relevant sein

Relevante Inhalte sind der wichtigste Faktor, um Abonnenten nicht wieder zu verlieren. Es kann helfen, mehrere Feeds für verschiedene Arten von Inhalten (z.B. Sonderangebote, Gutscheincodes und neue Produkte) anzubieten. So wird jeder Kunde nur über die Inhalte informiert, die ihn auch interessieren.

3. Alles muss gemessen werden

Wie immer gilt: Wer im Online Marketing nicht im Dunkeln tappen möchte, muss jeden Kanal messen; auch RSS. Neben der bloßen Zahl der Abonnenten ist interessant, wie oft ein Feed-Item angesehen wird (z.B. durch Einbinden eines Zählpixels) und welche Links wie häufig angeklickt werden (z.B. über Tracking-Parameter). Nur so lässt sich der RSS-Feed immer weiter optimieren.

4. Die Posting-Frequenz muss konsistent sein

Je nach Thema können mehrere Updates pro Tag oder auch nur wenige im Monat sinnvoll sein. Wichtig ist, einen konsistenten Rhythmus zu finden. Ein ständiger Wechsel der Posting-Frequenz führt zu Irritation beim Empfänger und kostet Abonnenten.

5. Die Inhalte müssen originell sein

Nur mit Inhalten, die es auch in diversen anderen Quellen gibt, hat ein Feed kein Alleinstellungsmerkmal.

Oft kanibalisieren sich die verschiedenen Marketing-Kanäle eines Unternehmens selbst. Abhilfe können hier exklusive Inhalte pro Kanal schaffen. Denkbar ist zum Beispiel im Januar ein Gewinnspiel unter allen Abonnenten des E-Mail Newsletters durchzuführen, im Februar exklusive Gutschein-Codes unter jedes Item im RSS-Feed zu setzen und im März auf Facebook einen Wettbewerb mit Nutzerinhalte durchzuführen. Jede Aktion muss natürlich im Aktionszeitraum auf der Website und allen anderen Kanälen beworben werden. Ziel ist es, Kunden an mehrere Kanäle zu binden.

6. Die Inhalte müssen teilbar sein

Wenn mir ein Betrag im RSS-Reader gefällt, dann möchte ich ihn direkt liken, twittern und teilen können ohne dafür den Originalartikel auf der Website aufrufen zu müssen. Falls technisch möglich, sollte dies angeboten werden.

7. Keine Textwüsten

Es reicht nicht, den Text eines Beitrags von der Website unformatiert als Feed-Item auszugeben. Auch Beiträge im RSS-Feed sollten mit Bildern, Listen, Fettschrift, usw. gestylt sein.

Gestylter Beitrag aus dem RSS-Feed von Wordpress.org
Auch Feeds können gestylt werden. Hier ein Beitrag von Wordpress.org mit einer Liste, Links, Fettschrift und durchgestrichenem Text.

8. Anregende Kennzahlen

Viele erwünschte Aktionen eines Feed-Lesers können mit Kennzahlen angeregt werden:

  • Soll er den Artikel liken/sharen? Dann zeig ihm, wie viele des bereits getan haben.
  • Soll er an einer Diskussion auf der Website teilnehmen? Dann zeig ihm, wie viele Kommentare bereits abgegeben wurden.

9. Klickfreundliche Titel

Die meisten Feed-Abonnenten haben mehr als einen Feed in ihrem Feedreader. Um nicht in der Masse unterzugehen ist es wichtig, jeden Titel klickfreundlich zu gestalten.

10. Nutze den Footer

Am Ende jedes RSS-Beitrags kann ein kurzer Footer vergeben, der auf die Originalquelle verweisen sollte. Zusätzlich kann man hier dezente Werbung unterbringen.

Blogger Karsten Knoblauch macht auf seinem Blog Stadt Bremerhaven vor, wie ein guter RSS-Footer aussehen kann.

Der vorbildliche RSS-Footer des Blogs Stadt Bremerhaven
Der vorbildliche RSS-Footer des Blogs Stadt Bremerhaven

Der Footer enthält:

  • Querverweise auf diverse Social Media Profile
  • Copyright-Hinweis und eine Angabe der Quelle
  • Die Möglichkeit zu Kommentieren und Teilen
  • Diverse Call-2-Actions